© 2019 erstellt von Ralf Laternser

Geologe

Stuttgart 21 und das Stuttgarter Mineralwasservorkommens

Das Baufeld des geplanten "Tiefbahnhofs" liegt mitten im Heilquellenschutzgebiet für das außergewöhnliche Stuttgarter Mineralwasservorkommen.

 

Hier sind bauliche Eingriffe in den Untergrund allgemein streng verboten!

 

Das ist der wirksamste und logischste Heilquellenschutz für dieses hochrangige Schutzgut und Teil der Stuttgarter Identität. Trotzdem darf der "Tiefbahnhof" fett und quer mitten im Heilquellenschutzgebiet mit Hilfe eines riesigen, langfristigen "Tiefbau-Kraters" gebaut werden.

 

Niemals rechtfertig dieser unnötige, völlig fehlgeplante, dümmliche und verkehrsbehindernde Schildbürgerbahnhof dieses Georisiko. Niemand braucht einen neuen Bahnhof, der deutlich weniger leistungsfähig, energiefressender und barrierehaft-brandgefährlich ist. Und schon gar nicht zu diesen völlig unwirtschaftlichen, sozialisierten Kosten.

Auch hier bildet wieder das geschickt erfundene "überragende Interesse der Öffentlichkeit" an einer frei erfundenen, in keine Bedarfsplan geforderten oder seriös festgestellten Leistungsteigerung des geplanten "Tiefbahnhofs" die Absolution - die dieses Geo-Risiko verlogen und immer rechtfertigt. Mittlerweile ist schlüssig (und unwidersprochen nachgewiesen): Stuttgart 21 verdoppelt die Leistungsfähigkeit nicht - im Gegenteil reduziert es die Leistungsfähigkeit des Stuttgarter Bahnknotens deutlich. Informationen auf: Ingenieure22.

Auch das neue "ökologische Stadtviertel" das Stuttgart 21 mit seinen Millionen -Tonnen Co2-Bau-Immissionen und der Verringerung der Bahnhofskapazität ist bei genauerer Information wie immer der  übliche Stuttgart 21-Fake.

 

Der angebliche Flächengewinn von 100 Hektar ist zum einen deutlich geringer - zum anderen in völlig unplanbarer Zukunft nutzbar. Wo doch jetzt Wohnungen gebraucht würden nicht igrendwann nach dem Zufallsprinzip. Zum anderen könnte man (bzw. hätte man können!) bei einer inteligenten Modernisierung (Umstieg 21) ca. 70 % der durch S21 frei werdenen Flächen bebauen - die meisten quasi sofort. Viele Flächen wären schon lange bebaubar und sind nur durch die aufwendige Stuttgart21-Baulogistik blockiert.

 

Die Stadt Stuttgart kaufte der Bahn übrigens vorzeitig die Gleisflächen ab, die durch den Bau des Tiefbahnhofs frei werden sollen – für rund 460 Millionen Euro. Und das, obwohl die Flächen jetzt frühestens im Jahr 2025 frei werden. Weswegen das Geschäft die Stadt zusammen mit dem Zinsverlust bis dahin über eine Milliarde Euro kosten würde. Dazu kommt noch ein beträchtliches Kostenrisiko für die Altlastensanierung der Gleisflächen, das manche Experten auf bis 600 Millionen Euro ansetzen. Insgesamt wären das bis zu 1,7 Millarden zusätzliche Kosten für Stuttgart 21. Der Anteil der Stadt würde damit statt der "festgeschriebenen" 300 Millionen Euro auf bis zu 2 Milliarden steigen. Nicht nur hierfür wurde der Ex-OB von Stuttgart von MP Kretschmann zum Ehrenprofessor ernannt.

Und ob es die Aufgabe der die Bahn AG ist, Millarden Euro Schulden für ein lokales Städtebauprojekt in Kauf zu nehmen, oder ob sie für einen effektiven und zukunftsfähigen Bahnverkehr zuständig ist, sei hier am Ende nur mal kurz zu eigenen Beurteilung hinzugefügt.

 

Ein Gefährdung des Mineralwassers soll durch eine mehrere 100 Millionen Euro teure "Grundwasserbewirtschaftung" abgewandt werden - die schon aufgrund ihres Umfangs und den immensen Kosten die wirkliche Gefährdung eher klar offenlegt. Im sog. Grundwassermanagement pumpt man, was im Heilquellenschutzgebiet eigentlich streng verboten ist, ständig "gereinigtes" Grundwasser in den Untergrund, um das "nicht gefährdete" Mineralwasser "unten zu halten".

 

Hierbei ist es wichtig zu Wissen, dass auch wenn die Mineralwasserschicht meist nicht erreicht wird, das unter ca. 30 Bar Druck stehende Mineralwasser an Schwächezonen in die tiefen Baugruben austreten kann.

Und siehe da: Die der Genehmigung zur sog. Grundwasserbewirtschaftung zugrunde liegenden " so einmalige genauen" Berechnungen und Gutachten waren grob fehlerhaft. Die Folge war eine jahrelange "Neubewertung" und eine Bauverzögerung von 15 Monaten. Als Grund hierfür wurden neue Bohrerkenntnisse genannt, die nach Recherche durch Geologie21, jedoch schon vor der Genehmigung vorlagen - also absichtlich oder fahrlässig - vor allem aber beschleunigend und beschwichtigend, aus dem Genehmigungsprozess herausgehalten wurden. Details hierzu in einem Artikel der Kontext-Wochenzeitung und in einem vom Land BW beauftragten Gutachten.

Der gesetzlich verankerte Schutz des größten Stuttgarter Naturschatzes wird also für ein völlig fehlgeplantes und schädliches privates Großprojekt eines windigen Unternehmens aufs Spiel gesetzt! Eigentlich völlig wahnsinnig!

 

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